• Alona Troppmann

Nutzerzentriertes Website-Konzept Schritt per Schritt

Aktualisiert: Sept 27



Eine Website gehört heutzutage zu jedem Unternehmen einfach dazu, da Menschen sich als Erstes über das Internet informieren.

Man soll auf der Website eine gute Figur machen, egal ob man Produkte verkauft, sich selbst oder ein großes Unternehmen repräsentiert.

Das Wichtigste auf Ihrer Website sind die Besucher: Ihre Bedürfnisse, Wünsche, Ziele. Deswegen steht der Nutzer im Zentrum der Konzeption.

Schritt-für-Schritt konzipieren Sie Ihre Website, die erfolgreich ist, weil sie beim Nutzer ankommt. Usability Methoden helfen Ihnen dabei eine nutzerzentrierte Website zu entwickeln.



1. Ziel definieren

Was wollen Sie mit Ihrer Website erreichen?

  • Wollen Sie Ihr Unternehmen bekannt machen?

  • Kunden gewinnen?

  • Umsatz steigern?

  • Produkte verkaufen?

Definieren Sie ein klares Ziel und machen Sie es messbar z.B.: in den nächsten 3 Monaten sollen 50% mehr Nutzer auf die Website kommen.

2. Zielgruppen definieren

Um eine gute Website zu erstellen sollen Sie Interessen und Motivation Ihrer Kunden kennen. Finden Sie heraus:

  • Wer ist Ihre Zielgruppe? Wer soll die Internetseite nutzen?

  • Was sollen die Besucher tun?

  • Was sind deren Ziele?

  • Wo halten sie sich auf? Von wo kommen sie auf Ihre Webseite?

  • Welche Geräte nutzen sie?

Einige Usability Methoden helfen Ihnen dabei.


a. Nutzer-Research


Es gibt zahlreiche Quellen, die Ihnen helfen können Ihre Nutzer kennenzulernen:


  • Online Studien bei ARD/ZDF finden jährlich statt und spielen Medienverhalten und Gerätenutzung sehr gut ab.

  • Statistiken beim statistischen Bundesamt mit Themen und umfassenden Informationen.

  • PewResearch aus USA bietet umfassende Informationen, die sehr gut auf Europa übertragbar sind.

  • Lesen Sie die Nutzermeinungen zu Ihrer Firma oder Produkten in Online Foren, Facebook oder Twitter. Was sagen die Nutzer? Wo haben sie Probleme? Womit sind sie unzufrieden? Was finden Sie gut oder schlecht?

b. Nutzerbefragung


Führen Sie einen Dialog mit Ihrem Nutzer, um ihn besser kennenzulernen:

  • Auf Ihrer bestehenden Homepage können Sie eine Nutzerbefragung durchführen z.B. mit Google Dokument.

  • Vor Ort: wenn Sie ein Geschäft betreiben, sprechen Sie Ihre Kunden direkt an.

  • Fokusgruppen: laden Sie 10-12 Menschen ein über Ihr Produkt zu diskutieren.

  • Beobachtung: besuchen Sie z.B. den Nutzer an seinem Arbeitsplatz und beobachten ihn wie er mit den Produkten umgeht.

  • Tagebuchstudie: lassen Sie den Nutzer über seine Erfahrungen mit dem Produkt schriftlich berichten.

Wenn Sie genug Infos über den Nutzer gesammelt haben, erstellen Sie Personas.


c. Personas


Personas sind fiktive Portraits der Nutzer, für die Sie Ihre Website erstellen. Es werden 3-4 Personas erstellt mit den wichtigsten Eigenschaften:

  • Name

  • Alter

  • Geschlecht

  • Verdienst

  • Wohnort

  • Hobbys

  • Nutzung von PCs

Die Personas werden anhand von echten Daten und Beobachtungen von echten Menschen erstellt und bilden so die wichtigsten Repräsentanten Ihrer Nutzergruppe ab.

d. Customer Journey Map


Erstellen Sie eine Customer Journey Map, in der Sie abbilden:

  • Wo die Nutzer herkommen

  • Wege über die sie zur Website kommen

  • Welche Schritte sie machen

Customer Journey Map spiegelt visuell die Historie der Interaktionen Ihrer Kunden mit Ihrer Website wieder. Sie hilft Ihnen, in die Fußstapfen ihrer Kunden zu treten und ihr Geschäft aus der Sicht des Kunden zu betrachten.


3. Wettbewerbsanalyse

Recherchieren Sie in Google nach Anbietern der gleichen Leistungen / Produkten die Sie auch auf Ihrer Homepage anbieten wollen. Finden Sie heraus:

  • Wer sind Ihre Wettbewerber?

  • Wie sie sich positionieren?

  • Welche Produkte bieten sie an?

Schauen Sie die Webseiten von den stärksten Wettbewerbern an:

  • Wie sind die Seiten aufgebaut?

  • Wie sprechen sie Ihre Kunden an?

  • Wie viele Menü-Punkte haben sie und welche?

Sehen Sie sich die Internetauftritte vergleichbarer Firmen an, in einer anderen Größe oder aus einer anderen Branche. Analysieren Sie Ihre Websites: Was machen Sie gut und was schlecht?

Die Konkurrenzanalyse hilft Ihnen die Stärken und Schwächen der Wettbewerber herauszufinden, um zu entscheiden wie Sie sich im Internet positionieren wollen und was Sie besser machen können.



4. Anforderungsdefinition


Definieren Sie die Anforderungen für Ihre Website:

  • Welche Inhalte sollen auf die Website kommen? Was gibt es schon, was auf die Homepage kommen soll: z.B. Broschüren, Flyer, Unternehmensinfos.

  • Welche Funktionen sind geplant?

  • Wie kann ein Nutzer Sie bei Fragen oder Problemen kontaktieren? (Telefon, Formular oder Email).

  • Für die erstellten Personas definieren Sie die Use Cases: Nutzerszenarien

  • Welche Social Media Interaktionen wollen Sie anbieten?

5. Visuelles Konzept


Erst jetzt wird mit der Konzeption Ihrer Website gestartet: Definition von Informationsarchitektur, Layouts und Designs.


a. Navigationsmenü & Unterseiten


Menüs sind sehr wichtige Elemente Ihrer Internetseite, die dem Nutzer eine Orientierung bieten. Sie haben einen großen Einfluss auf die Nutzerführung und Nutzerfreundlichkeit sowie Auffindbarkeit der Informationen. Beim Planen von Navigationsmenüs beachten Sie folgendes:

  • Menü Punkte sollen kurz, prägnant sein und den Inhalt der Seite genau beschreiben.

  • Die wichtigsten Keywords sollen in Menüs verwendet werden.

  • Jede Unterseite soll mit max. 3 Klicks erreichbar sein.

  • Je schneller der Nutzer sich zurechtfindet, desto zufriedener er ist, desto höher ist die Konversion und geringer die Absprungrate.

  • Die Unterseiten sollen von anderen Seiten mit internen Links verlinkt werden.

Card Sorting / Kartenlesen hilft die Navigation bzw. Struktur der Inhalte festzulegen. Die Begriffe werden auf Karten geschrieben, gemischt und der Testperson gruppiert sie und findet die Überbegriffe.

b. Sitemap


Die Sitemap ist das zentrale Element im Konzept. Eine Sitemap bildet die Struktur der Website als Diagramm ab. Sie stellt die Informationsarchitektur dar, die Struktur der Website, die Anordnung, Unterteilung die Navigationselemente bzw. den Zugang zu den Inhalten. Einige Tools helfen Ihnen dabei.



c. Scribbles / Seitenskizzen


Scribble sind Skizzen, die einfachsten handgezeichneten Skizzen von Nutzeroberflächen. Mit Scribbles generieren Sie die ersten Ideen für den Aufbau einzelner Seiten. Die ersten Scribbles werden mit Stift und Papier erstellt oder auf einem Tablett. (Bild)



c. Wireframes


Wireframes sind Seitenskizzen die auf dem PC gezeichnet werden und bilden das Grundgerüst Ihrer Webseite. Sie zeigen die Einordnung der Elemente in Ihrer Größe und Position. Beim Wireframing werden auch Fragen gestellt:

  • Was hilft dem Nutzer zu verstehen auf welcher Seite er sich befinden?

  • Wie kommt der Nutzer zurück auf die vorherige Seite?

Viele dieser Punkte verlangen nach Elementen wie Links oder Buttons, die auf der Website notwendig sind, um die Navigation zwischen den Seiten zu ermöglichen. Bei der Gestaltung der Website ist es wichtig diese Elemente so zu platzieren, dass der Nutzer sie findet und versteht.

Wireframes werden für alle Unterseiten gezeichnet und sind die Vorlage für das Webdesign.


e. Mockups und Prototypen


Mit dem Mockup nähern wir uns dem fertigen Konzept, um zu zeigen wie die Endversion aussehen wird.

Ein Prototyp ist eine Entwurfsversion eines Produkts, mit der Sie Ihre Ideen untersuchen und den Benutzern die Absicht hinter einem Feature oder dem gesamten Designkonzept zeigen können, bevor Sie Zeit und Geld in die Entwicklung investieren. Ein Prototyp kann alles sein, von Papierzeichnungen (Low-Fidelity) bis hin zu etwas, was das Durchklicken einiger Inhalte zu einer voll funktionsfähigen Site (High-Fidelity) ermöglicht.

6. Nutzertests


Nutzertests helfen Ihnen rauszufinden wie gut ein Nutzer mit Ihrer Website oder Produkt zurechtkommt. Mit unterschiedlichen Methoden und Verfahren können Websites getestet werden um die Problemstellen rechtzeitig aufzudecken, wie z.B.:

  • Usability Tests ist die wichtigste Methode von nutzerzentriertem Webdesign. Sie lassen potenzielle Nutzer anhand von einfachen Aufgaben mit z.B. einem Prototypen oder Klickdummy interagieren. Selber schauen Sie einfach zu und lernen wie die Nutzer dort agieren. Die grobsten Fehler werden so gefunden und können im Frühstadium behoben werden bevor es in die technische Umsetzung geht.

  • Mit 5-sekunden Test finden Sie heraus welche Elemente auf der Seite auffallen und am prägnantesten sind. Der Test ist einfach und schnell durchzuführen und bringt wertvolle Erkenntnisse für die Website Gestaltung.

7. Website Gestaltung / Webdesign


Webdesign ist eine Geschmackssache, hat aber einen sehr großen Einfluss auf die Nutzerfreundlichkeit und Conversion. Webdesign umfasst Farben, Schriften, Hintergründe, Ausrichtung der Elemente.

Wichtige Punkte beim Webdesign sind:

  • Mobile First

  • Passend für Ihre Zielgruppe

  • Einheitliche Darstellung der Website auf allen Endgeräten

Die Gestaltung unterstützt die Kommunikation. Wichtig ist: das Ergebnis muss dem Nutzer gefallen und nicht dem Designer. Eine Website für 20-Jährige wird für einen 60-Jährigen als überladen und bunt wirken. Deswegen soll auch beim Design der Nutzer im Vordergrund stehen.

Auch bei Auswahl von Farben soll drauf geachtet werden wie sie auf den Nutzer wirken. Blau wirkt z.B. seriös, Rot eher alarmierend.


Die Bildsprache bestimmt welche Grafiken auf die Website kommen. Bilder sollen relevante Information enthalten und nicht einfach die Website mit schönen Menschen aufpoppen. Wichtigste Merkmale der Bilder:

  • Kontrastreich

  • Scharf

  • Konzentriert auf ein Motiv

  • Beschreiben den Inhalt der Website

Responsive Webdesign

Auf allen Geräten, mit denen der Nutzer Ihre Seite besucht, soll sie gut aussehen und auf jedem benutzbar sein. Deswegen setzt man auf Responses Design.

Kriterien für Responsives Design:

  • Adoptiv: Inhalte und Funktionen passen sich dem Gerät an

  • Appropriate: Angepasst an die Nutzungssituation, die das Gerät mit sich bringt

  • Accessible: Zugänglich, barrierefrei (z.B. auch ohne Ton soll die Webseite benutzbar sein)

8. Inhalte / Content


Ein ganz wichtiger Bestandteil einer Website ist der Text. Leider werden die Texte von den Nutzern nicht von unten nach oben gelesen, sondern überflogen. Je weiter unten auf der Seite der Text steht, desto weniger wird er wahrgenommen.

Damit die Texte bei dem Nutzer ankommen, sollen folgende Regeln beachtet werden:

  • Ein guter Text ist kurz, gegliedert, mit Listen und aussagekräftigen Überschriften

  • Links sollen nicht überall gesetzt werden, sondern am Ende des Textes stehen um den Nutzer nicht aus dem Lesefluss zu reißen.

  • Überschriften sollen kurz, prägnant und eindeutig sein. Sie sollen neugierig machen und beschreibend sein.

  • Schreiben Sie persönlich: „Sie“ anstatt von „Man“ z. B: ich empfehle Ihnen anstatt von „man empfiehlt

  • Formulieren Sie einfach und konkret wie z.B. Sie lesen in diesem Artikel anstatt von „wir möchten Ihnen gerne in diesem Artikel vorstellen“

  • Sprechen Sie die Sprache Ihres Nutzers damit er sie auch versteht: in einfachen Wörtern anstatt von übermäßig gelehrte Fachsprache.

  • Verzichten Sie auf Füllwörter, schreiben Sie klar und deutlich.

9. On-Page Optimierung


Neben den Menschen sollen die Texte auch den Suchmaschinen gefallen.

Die wichtigste Regel ist: schreiben Sie einen guten Text. Überlege dir die Wörter, mit denen Ihre Nutzer Sie suchen würden, Schlüsselwörter (Keywords). Einige Tools helfen Ihnen bei der Keyword Recherche:


Bringen sie häufig Schlüsselwörter in den Überschriften und Absätzen, aber übertreiben Sie nicht! Suchmaschinen erkennen das und werten eher ab.

Bringen Sie Keywords in:

  • Seitentitel

  • URL

  • H1 Überschrift

  • Namen der Bilddateien

  • Bildunterschrift

  • Text

Schreiben Sie den Text so, dass er den Nutzer anspricht. Nutzerfreundlichkeit wird auch von den Suchmaschinen gut bewertet.

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10. Erfolgsmessung & Optimierung


Mit der fertigen Website sind Sie noch nicht am Ziel angelangt. Mit der regelmäßigen Auswertung von statistischen Daten über Nutzerverhalten, Besucherstatistiken und SEO Optimierung kann die Seite weiter verbessert werden.

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