• Alona Troppmann

Erfolgsrezept für den reibungslosen Website Relaunch

Aktualisiert: Nov 13

Website Relaunch richtig planen ist die beste Voraussetzung für den Erfolg.


1. Relaunch: Ziele, Chancen & Risiken


Ob Sie ein selbständiger Berater, ein Einzelunternehmer oder ein Geschäftsführer einer großen Firma, ein Marketing Experte oder Friseur sind, ohne Website geht es heute nicht mehr. Jeder sollte eine Website besitzen. Daher sind die meisten Webprojekte nicht die Planung und Konzeption einer neuen Website, sondern ein Relaunch.

Ein Relaunch heißt: es gibt schon eine Website, die überarbeitet wird.


Warum überhaupt ein Relaunch?

Funktioniert Ihre Website für die Benutzer, gibt es keinen Grund sie zu ändern.

Die meisten Besucher finden die bisherige Seite gut: sie wissen wo sie alles finden und sind dann nur verärgert, wenn Infos nicht mehr an gewohnter Stelle auffindbar sind.

Behalten Sie beim Relaunch unbedingt bei, was in der Vergangenheit gut funktioniert hat:

  • Navigationsmenüs

  • Begriffe

  • URLs von wichtigen Seiten

Was würde passieren, wenn sie die Seite noch ein Jahr so lassen?

Was würde passieren, wenn sie die Seite heute abschalten? Würden die Teile Ihres Geschäfts darunter leiden?

Diese Fragen dienen der Analyse, welchen Zweck Ihre Website eigentlich verfolgt.

Wenn dies geklärt ist, kann man mit dem Relaunch Projekt beginnen.


Welche Risiken bringt ein Relaunch mit sich?

  • Relaunch bindet Ressourcen

  • Nutzer wird verärgert – fast alle Menschen sind verärgert, wenn sie sic umgewöhnen müssen

  • Konversion bricht ein – vielleicht haben die Nutzer Probleme die neuen Inhalte zu finden

  • Suchmaschinen Sichtbarkeit verschlechtert sich

  • Traffic geht zurück - aufgrund von schlechterer Sichtbarkeit bei den Suchmaschinen oder verärgerter Besucher

Sie müssen alle Risiken beachten, damit der Relaunch erfolgreich ist.


Welche Gründe sprechen für einen Relaunch?

  • Neuausrichtung des Geschäfts (Neue Produkte, Kunden, Zielgruppen)

  • Neue Funktionen (Sprachversionen, SSL-Sicherheit)

  • Technische Probleme, die Sie lösen wollen (veraltetes CMS, Sicherheitslücken)

  • Einbruch bei Konversionsrate

  • Wildwuchs: viele Informationen sind nicht so gut strukturiert

  • Deutlich ansteigende Absprungrate

  • Neuausrichtung der Web-Strategie

  • Zeigen, dass man vorne mit dabei ist

Bevor sie einen Relaunch machen, ist folgendes wichtig:

  • Gründe für den Relaunch klären

  • Besucherstatistiken auswerten (Google Analytics: was tun die Nutzer auf ihrer Website)

  • Pralinen suchen: was gefällt den Nutzern auf Ihre Website, wo halten sie sich oft auf?

  • Was mögen die Besucher nicht, gibt es Seiten auf denen sie sich gar nicht aufhalten? Warum haben die Seiten so wenig Besucher?

Herausfinden lässt sich das über die Google Analytics Zahlen oder aus den Gesprächen mit den Nutzern. Testen Sie selber als Betreiber Ihre Website:

  • Machen Sie das, was Ihre Besucher tun sollen

  • Finden Sie bestimmte Informationen

  • Gehen Sie dem nach was der Zweck Ihrer Website ist

  • Schreiben Sie die Erkenntnisse auf, damit Sie selber wissen, was sie beim Relaunch verändern sollen.

  • Fragen sie alle Projektbeteiligten, die etwas mit der Website zu tun haben (Produktverantwortliche, Marketing, Verkauf, Support)

Sie können daraus viele wertvolle Infos bekommen zu Ihrer Website. Je vielfältiger die Ergebnisse sind, desto besser ist es für Sie. Holen Sie Alle mit ins Boot, damit sie die Aktivitäten jedes Einzelnen planen können um keine Verzögerungen im Projekt zu haben.

Definieren Sie die Ziele Ihrer neuen Website:

  • Was sollen die Besucher auf der Website tun?

  • Welchen Weg sollen sie durch die Site nehmen?

  • Wie wollen Sie den Besucher ansprechen? Sollen die Inhalte bunt oder dezent und seriös sein?

  • Welche Eigenschaften wollen Sie von sich vermitteln? Bodenständig, Seriös, Modern?

Im nächsten Schritt kümmern sie sich um die Nutzer.


2. Nutzerbefragung, Interviews, Usability Tests


Erfahren Sie mehr über den Nutzer. Dazu helfen Ihnen:

  • Umfragen (persönlich oder per Telefon, Online)

  • Card Sorting: sortieren Sie die möglichen Inhalte Ihrer Website in Kategorien. So sehen sie die Struktur, die die Nutzer logisch finden. Oft ist sie anders, als ein Betreiber denkt

  • Kontextanalyse: besuchen Sie Nutzer vor Ort und schauen Sie wie sie mit Ihren Produkten umgehen. Dabei lernt man viel über die Probleme Ihrer Nutzer

  • Fokusgruppen: sind Gruppendiskussionen mit mehreren Personen (5-7) über die Nutzung Ihrer Website.

  • Interviews: befragen Sie einzelne Nutzer über die Website, über deren Erwartungen oder auch Problemen bei der Nutzung der Website. Aber auch über Inhalte, die Ihnen fehlen.

Die Königsdisziplin der Forschung ist der Nutzertest: sie sehen mit eigenen Augen was die Benutzer tun. Oft ist das Verhalten ganz anders als die Aussagen der Nutzer. Mit einem Usability Test sehen sie die tatsächlichen Probleme der Besucher mit Ihrer Website. Testen sie auch die Websites der Konkurrenz. So bekommen sie eine Menge Tipps zu dem was funktioniert oder nicht.

Haben Sie zu wenig Zeit für einen Usability Test, dann hilft auch ein Usability Review wertvolle Erkenntnisse zu Ihrer Website zu gewinnen. Wichtig ist, dass es von Experten gemacht wird, die bereits viele Nutzertests durchgeführt haben.

Mit Usability Tests lernen sie viel über die Qualität Ihrer Website: wie gut ist sie für den Nutzer nutzbar.

Wenn Sie rausfinden wollen wie viele Nutzer Ihre Website nutzen (also was ist die Quantität ihrer Website) dann schauen sie sich die Nutzerstatistiken, Google Analytics Zahlen oder Webtracking an.

3. Analyse: was ist gut, was ist schlecht?


Nutzerverhalten

Können Sie sehen was die Nutzer tun, welche Seiten sie sich anschauen? Welche nicht?

Für den Relaunch sind folgende Metriken wichtig:

  • Zahl der Besucher pro Tag, Woche, Monat

  • Konversionsrate

  • Die am häufigsten besuchten Seiten

  • Die Ausstiegsseiten

  • Auf einzelnen Seiten verbrachte Zeit

  • Häufigkeit, mir der die Besucher wiederkommen

  • Die Wege, über die die Besucher kommen

  • Die Orte, von denen die Besuche kommen – Websites, die auf sie verlinken

  • Besonders ansehen sollten Sie sich die Seiten, die gar nicht aufgerufen werden und Seiten die nur sehr kurz angesehen werden.

Für die Seiten, die gar nicht aufgerufen werden gibt es 2 Gründe:

  • Die Seiten werden gar nicht gefunden, weil sie schlecht angebunden sind. Problem mit der Navigation und Suche.

  • Der Titel der Seite lässt vermuten, dass sie nicht relevant ist

Für die Webseiten, die nur kurz angesehen werden gibt es auch 2 Gründe:

  • Die Seite ist sehr abschreckend oder so schlecht formatiert, dass der gesuchte Inhalt nicht gefunden wird und die Nutzer die Seite verlassen und woanders suchen

  • Die Seite ist tatsächlich nicht relevant für den Nutzer

4. Konkurrenzanalyse – was machen die Anderen


Sehen Sie sich an was die anderen auf Ihren Websites machen oder sehen Sie sich die Websites anderer Branchen an in der ähnlichen Größe die sie haben. Oder viel größere Unternehmen mit einer anderen Zielgruppe als Sie. Folgende Fragestellungen helfen Ihnen bei der Konkurrenzanalyse:

  • An wem ist die Website gerichtet? Wer ist die Zielgruppe?

  • Spricht die Website die Sprache der Zielgruppe?

  • Wie ist das Design? Modern? Professionell?

  • Wie sind die Menüs? Finden Sie sich zurecht?

  • Wie wird es mit den Überschriften gearbeitet?

  • Wie lang sind die Seiten?

  • Wie viele Informationen sind drauf, Bilder oder zusätzliche Medien?

  • Wie ist die Orientierung: wissen Sie wo sie sich befinden oder wie Sie zurück auf die vorherige Seite kommen?

  • Werden die Seiten schnell geladen? Wie ist die Performance?

  • Wie sehen die Seiten auf dem Smartphone aus?


5. Content Strategie & Planung


Content-Audit und Inventar

Ein Content-Audit oder eine Inhaltsanalyse hilft Ihnen die besehenden Inhalte auf Ihrer Website zu erfassen: welche Inhalte haben Sie auf Ihrer Website und wie gut sie sind. Solche Inhaltsanalysen helfen Ihnen Ihre Website inhaltlich zu verbessern und aktuell zu halten.

Grundlage der Inhaltsanalyse ist das Content-Inventar: da erfassen Sie alle Inhalte. Sie machen eine quantitative Analyse. Darauf folgt die Bewertung der Inhalte, das Content Audit: eine qualitative Analyse.

Prüfen Sie jede einzelne Seite nach folgenden Kriterien:

  • Ist sie korrekt?

  • Ist sie aktuell?

  • Ist sie einzigartig / keine Überschneidungen?

  • Ist sie relevant für den Besucher?

  • Ist sie relevant für den Betreiber der Website?

Bei großen Websites beschränken Sie sich auf die Websites der 1 & 2 Ebene und auf alle Seiten, die viele Besucher haben. Und schließlich die Seiten, die Ihnen sehr wichtig sind als Betreiber, weil sie dort was verkaufen, Abschlüsse machen oder ähnliches.

Inhaltsanalyse ist sehr wichtig, da die Grundlage Ihrer neuen Website sind die Inhalte Ihrer bestehenden Website.


Content-Strategie


Um die Content-Strategie abzuschließen machen Sie weiter mit:

  • Content-Lücken erkennen

  • Kernbotschaften definieren

  • Themen aufschreiben, die die Zielgruppe interessieren

  • Metadaten-Struktur aufstellen

  • Styleguide und Vorlagen erstellen

  • Editorial Workflow erstellen (Wer macht was? Texte schreiben, Inhalte definieren etc.)

  • Verantwortlichkeiten bestimmen

  • Veröffentlichungskalender (wann werden welche Inhalte veröffentlicht)

  • Qualitätskontrolle definieren

  • Umgang mit dem Nutzerfeedback planen

  • Analytics regeln um die Website nach dem Relaunch weiter zu optimieren.

Content Plan aufstellen

Im Content Audit haben Sie ermittelt, wie gut die Sachen sind, die sich bereits haben. Im Content Plan definieren Sie die Inhalte, die auf Ihre neue Website kommen sollen.

  • Was wird gestrichen (irrelevante Inhalte) Blog Inhalte, die junger sind als 2 Jahre sind und die häufig angesehen werden, pflegen Sie weiter. Inhalte sollen aktualisiert werden und ins neue Design überführt werden.

  • Was wird in einen anderen Bereich der Website verlegt?

  • Was wird zusammengelegt?

  • Was wird verbessert bzw. umgeschrieben?

  • Was kommt hinzu? Neue Inhalte sind perfekt für den Relaunch. Man soll nur für den Nutzer relevante Inhalte hinzufügen


6. Zeitplan & Projektplan


Prioritäten setzen:

1. Welche Inhalte sind unverzichtbar?

2. Was hilft Ihnen, wesentliche Ziele zu erreichen?

3. Was schafft etwas, was die Nutzer erfreut?

4. Was macht die Site schöner und attraktiver?

5. Was wäre schön?

Alle weiteren Punkte nach 5 werden als "nice to have" bezeichnet.

Erstellen Sie den Zeitplan

Die Frage: wie lange ein Relaunch dauert lässt sich pauschal nicht beantworten.

Planen Sie die Sachen nacheinander, gehen Sie die wichtigsten Punkte zuerst an. Überlegen Sie sich welche Abhängigkeiten sich ergeben und welche Punkte zusammenhängen. Daraus lässt sich final eine grobe Zeit Abschätzung ableiten.

Erstellen Sie den Projektplan:


1. Planung & Vorbereitung

  • Briefing, Einarbeiten, Planung

  • Nutzer-Interviews

  • Usability Tests

  • Content Audit

2. Konzeption & Umsetzung

  • Konzeption neue Informationsarchitektur und Navigation

  • Mockups

  • Prototypen Tests

  • Grafik

  • Umsetzung

  • Redaktionsplan erstellen und abstimmen

  • Technische Tests

  • Usability Tests

3. Launch

  • Umzug / Launch

  • Tests

Planen sie sorgfältig und mit Zeit Puffer.

6. Website Konzeption


Logische Informationsarchitektur Ihrer Website

Die Informationsarchitektur beschreibt die Struktur Ihrer Website: die Anordnung der Elemente. Dargestellt wird Sie mit einer Sitemap.

Die Struktur soll für den Nutzer logisch und nachvollziehbar sein. Relaunch ist der Moment um Aufzuräumen. Mit der Sitemap zeigen Sie die Anzahl der Auswahlmöglichkeiten, die der Benutzer hat.


Die Sitemap

Die Sitemap kann flach und breit oder tief und schmal sein.

Flache Struktur, hat wenige Gliederungsebenen, dafür aber viele Auswahlmöglichkeiten, braucht aber weniger Klicks um zu jeder beliebigen Seite zu kommen. Allerdings muss der Nutzer wahrscheinlich vor dem Klick erstmal länger suchen, bis er die Information gefunden hat, die er braucht.

Eine tiefe Navigationsstruktur bietet pro Seite nur wenige Auswahlmöglichkeiten, aber viele Gliederungsmöglichkeiten. Bei solch einer Struktur hat der Nutzer seine Wahl viel schneller getroffen, allerdings muss er sich durch viele Ebenen durchklicken, falls er zu einer Seite möchte die viel tiefer in der Ebene liegt.

Der Regel ist: der Nutzer soll mit so wenig Arbeit wie möglich zur gewünschten Seite gelangen. Und Arbeit ist nicht nur Klicks, sondern auch nachdenken. Die Kunst ist, dem Nutzer eine leichte Orientierung zu einer Seite zu ermöglichen die er sucht. Wichtig ist auch, dass nach jedem Klick der Benutzer weis wo er weiter klicken soll ohne lange nachzudenken.

Solange der Benutzer weis wo er sich befindet und wie er weiter kommt, ist es weniger wichtig wie viele Ebenen Ihre Website hat.

Navigationsmenü

Hat die Aufgabe den Besuchern zu zeigen welche Inhalte es auf der Website gibt und wo er etwas findet.

Dafür hilft 7 +- 2 Regel: unsere Wahrnehmung kann mindestens 5, höchstens 9 Punkte verarbeiten.

Die Obere Menüebene darf daher nicht mehr als 9 Menüpunkte haben, die sinnvoll zu Kategorien zusammengefasst werden.


7. SEO & Relaunch


Für SEO ist Website Relaunch das gefährlichste Thema. Je mehr Sie beim Relaunch ändern desto höher ist die Gefahr das Ranking ihrer Website bei Google zu verschlechtern. Ändern Sie nur das Design,- ist es noch kein Problem. Greifen Sie in die Struktur der Seite ein, bzw. in die Informationsarchitektur, dann wird es kritisch. Noch gefährliche wird es wenn Sie ihren CMS System wechseln.

Wenn Sie auf der Seite beim gleichen Thema, nur die Inhalte ergänzen oder aufwerten, dann verbessert sich das Ranking. Wechseln Sie komplett das Thema, dann muss Google die Seite neu indexieren und damit verschlechtert sich das Ranking.

Es sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Duplicate Content vermeiden. Sorgen Sie für einzigartige Inhalte auf Ihrer Website.

  • Testumgebung von Google ausschließen, indem Sie Robots.txt Datei manuell erstellen und folgendes eintragen und die neue Testversion Ihrer Website aus dem Google Index ausschließen:

User-agent: *

Dissallow: /

  • 301 Weiterleitung einrichten: wenn Sie die URL Struktur nicht beibehalten wollen, sollten die alten URLs auf die neuen umgeleitet werden.

  • Bestehende Backlinks prüfen und bald nichtexistierende auf die neuen umleiten

  • Backlinks können mit Google Search Console unter dem Pfad: „Suchanfragen / Links zu Ihrer Website“ geprüft werden

  • W3C Fehler vermeiden. Ihre Website auf Fehler zu validieren können Sie auf: http://validator.w3.org/

  • XML-Sitemaps aktualisieren falls Sie eine neue URL Struktur einführen.

  • Täglich Google Search Console beobachten: 404-Fehler analysieren. Die Seiten, die nicht mehr existent sind finden Sie unter: Crawling / Crawling Fehler.

  • Umzug von Domain vermeiden, da sie damit Ihre ganze Suchmaschinenbewertung verlieren.

Planen Sie sorgfältig den Relaunch und es wird erfolgreich sein!

Viel Erfolg bei Ihrem Relaunch!


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